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Armbrust und Sportschütze

Dynamischen Wechselwirkung zwischen Armbrust und Sportschütze

Die Schussentwicklungszeit des Armbrustschusses ist prinzipbedingt deutlich höher als bei Gasdruck- und Feuerwaffen. In dieser Zeit werden die Massen der Wurfarme, der Sehne, des Treibspiegels und des Bolzens von der in den Wurfarmen mechanisch gespeicherten Energie beschleunigt.

Zu Beginn der Bolzenbeschleunigung wirkt die Massenkraft in einem Normalabstand zum Gesamtschwerpunkt der Waffe und ruft daher ein Drehmoment My um diesen Punkt hervor (Bild A1, A3). Die Armbrust bewegt sich (durch die Trägheitskraft) nach hinten und (durch das Drehmoment in Richtung positiver Elevation) nach oben. Diese Wirkungen werden auf die Schuss- und Stützhand sowie die Schulter übertragen. Die Regelung der Haltefunktion der Stützhand erfolgt über die Information aus den Sehnenspindeln im Muskel. Der Dehnungswert wird zum ZNS gemeldet. Dort wird der Sollwert für die Muskelspindel eingestellt (Bild M1).

Erfolgt die Positionierung des Ellbogens so, dass im Wesentlichen der Oberarmmuskel beansprucht wird, resultiert eine, von vielen nicht realisierte, enorme Zug- und Druckbelastung des Unterarmbereiches (hohes Biegemoment).  Eine Belastungsumkehr erfolgt bei Einsatz des Unterarmmuskels.  Das Moment ist durch die schraffierte Fläche (Bild M2) dargestellt.  
 
Zusammenwirken von Ober- und Unterarmmuskulatur (Darstellung zur Erläuterung der Wichtigkeit eines ausgewogenen Spannungs-/ Entspannungsverhältnisses in der Muskulatur – Bild M4): Ausgehend von Handgewicht und Stützlast, ist das Kräfteparallelogramm aus Muskelkraft und Belastungskräften gezeichnet, dessen Resultierende (grün) nahe an der Achse des Unterarmskelettes liegt.  Das bedingt kleine Momente. Je weiter eine Resultierende (orange) von der Armachse abweicht, desto größer werden jedoch die auftretenden Momente.
Ziel jedes Athleten muss es sein, einen möglichst ausgewogen, funktionellen Tonus seiner Muskulatur zu erreichen. Das Auftreten großer Momente und Spannungen im Skelett so wie in der Muskulatur sind tunlichst zu vermeiden (Bild M4).
Die auf den Schultergürtel auftreffenden Trägheitskräfte greifen in einem Normalabstand zur Longitudinalachse des Schützen auf, wodurch ein zusätzliches Drehmoment hervorgerufen wird. Dieses bedingt seitliche Trefferabweichungen. Der Schultergürtel stellt eine bewegliche Konstruktion dar, die mit dem Rumpfskelett nur zum Brustbein hin gelenkig verbunden ist. Seine Anteile sind das Schlüsselbein und das Schulterblatt, welche die Pfanne des Schultergelenkes für die Aufnahme des Oberarmes trägt. Nach hinten ist der Schultergürtel offen. Die Verbindung zur Wirbelsäule wird über Muskelzüge hergestellt. (Bild M5)
 
Diese haben in allen Sportarten, bei denen eine Kraftübertragung von den oberen Extremitäten auf den Rumpf erfolgt große funktionelle Bedeutung. So auch im Armbrustsport. Es liegt daher auf der Hand, dass eine gut ausgebildete Muskulatur, die Basis für einen erfolgreichen Schützen bildet.
Der Körper selbst stützt also die Raumlage der Armbrust, wird aber von dieser mitbewegt. Die „Ankopplung“ dieser Bewegung erfolgt durch die Körperelastizitäten (Bild A1). Je stärker der Körper „angekoppelt“ ist (festerer Anschlag) und je schwerer er ist, desto kleiner ist auch die Störbewegung der Armbrust während der Schussentwicklung. Zu allem Überfluss wechseln die Trägheitswirkungen am Ende der Schussentwicklung ihre Richtungen; die Armbrust „zuckt“ in die Gegenrichtung. Es ist deshalb leicht einzusehen, dass die Gleichmäßigkeit des Anschlags von eminenter Bedeutung ist. Dies macht – unter Anderem – Armbrustschiessen so schwierig und interessant.
Bei Blick von oben auf die Armbrust (Bild A2) sind die wesentlichen bewegten Teilmassen, sowie ihre Teilschwerpunkte zu erkennen. „Nicht dargestellt – auch in leicht unterschiedlichen Höhenlagen“.
Die Beschleunigungen der Wurfarmschwerpunkte sowie Sehnenschwerpunkte erfolgen schräg zur Rinnenachse. (Bild A2: Beginn und Ende der Schussentwicklung – im Anschluss tritt die Umkehrung der Massenwirkungen auf!). Auch an der Armbrust tritt ein „Mündungsproblem“ auf. Wenn nur mehr der Heckteil des Bolzens die Rinne berührt, bewirkt eine Bewegung der Rinne nach oben (oder zur Seite) eine Drehstörung des Bolzens (Bild A4).
Am Beginn seines Freifluges zum Ziel wird dem Bolzen eine Störbewegung „aufgedrückt“. Diese hängt vom momentan wirkenden Anschlag ab. Der Bolzen reagiert darauf mit einer oft als „fishtailing“ bezeichneten Bewegung. Wenn alles funktioniert, wie sich das die Schützin wünscht, ist diese Bewegung vor dem Ziel abgeklungen, und der Bolzen steckt gerade.
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